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Impressionen vom
Seminar


Die Veranstaltung zum Thema "Fälschungssicherheit in der Verpackung" fand am
24. September 2007 statt.
Hier finden Sie die Referenten und Vortragsthemen.



Seminar „Fälschungssicherheit in der Verpackung“
Am Vortag der FachPack veranstaltete die NürnbergMesse in Zusammenarbeit mit der Firma V+E CONSULT ein Seminar zum Thema „Fälschungssicherheit in der Verpackung“ unter der Leitung von Dr. Dieter Helmut Schönlein auf dem Nürnberger Messegelände. Schwerpunkt dieses Seminars war, zum einen über die verschiedensten Sicherheitstechniken zu informieren und zum anderen Anregungen zum Aufbau eines eigenen Sicherheitskonzepts zu bieten.

Die hochkarätigen Referenten zeigten Wege zum Schutz von Produkten vor Irritation - oder wie Packmittel- und Etikettenhersteller Ihren Kunden neue fälschungssichere Packmittel anbieten können.
Dr. Dieter Helmut Schönlein (l.) von V+E CONSULT bei der Einführung
Blick in die Teilnehmerrunde
       
Die Einstimmung in das Thema gab Herr Röer vom Aktionskreis Deutsche Wirtschaft gegen Produkt- und Markenpiraterie. Wie Statistiken der letzten Jahre zeigen, nehmen Fälschungen in nahezu allen Wirtschaftszweigen deutlich ja fast explosionsartig zu. Laut einer OECD-Vorstudie 2007 beträgt das internationale Handelsvolumen mit gefälschter Ware inzwischen mehr als 200 Mrd. US-Dollar. Das Handelsvolumen mit Fälschungen allein in Deutschland erreicht einen Wert von ca. 20 Mrd. Euro mit stark zunehmender Tendenz. Da es sich bei den genannten Zahlen nur um Zollaufgriffe handelt, dürfte die entsprechende Dunkelziffer entsprechend groß sein. Außerdem werden inzwischen laut Herr Röer ca. 40% der Zollaufgriffe durch Internetgeschäfte ausgelöst.

Herr Schindler von der Firma U-NICA zeigte die 5 Nachweisebenen der Sicherheitstechnik auf. Diese Ebenen reichen von für den Endverbraucher ohne Hilfsmittel sichtbaren Features über mit einfachen Hilfsmitteln erkennbaren bis hin zu Features, die nur unter Laborbedingungen auswertbar sind. Die letzte Ebene ist vor allem dann wichtig, wenn es um Produkthaftung und den rechtlichen Nachweis von Plagiaten geht. Einige Features, wie z. B. Hologramme, Pigmente oder CDP’s (Copy Detection Pattern) ermöglichen es, alle Ebenen innerhalb eines einzigen Features unterzubringen. Eine Mischung von Features ist deshalb so wichtig, weil dadurch die Kosten des Fälschens für den Nachahmer derart in die Höhe getrieben werden, dass es sich für ihn nicht mehr lohnt.

Der Vortrag von Herrn Thies, Firma Schwarz Druck, stand unter dem Motto: „Müssen wir uns vor China fürchten oder können wir auch von China lernen?“ An Hand eines chinesischen Werbespots wurde anschaulich gezeigt, dass auch chinesische Hersteller große Probleme mit Fälschern haben und sie inzwischen in der Produktwerbung die Öffentlichkeit mit den eingebauten Sicherheitsmerkmalen vertraut machen und somit für ihr Originalprodukt werben. „China hat inzwischen ein Problem mit sich selber“.
       
Lennart Röer, Aktionskreis Deutsche Wirtschaft gegen Produkt- und Markenpiraterie
Samuel Schindler,
-SECONTECH-U-NICA- Solutions (Europe)
Wolfgang Thies,
Schwarz Druck
Vortrag: Zahlen, Fakten, Lösungsansätze zu Produkt- und Markenpiraterie
Vortrag: Produkt- und Markenschutzlösungen
Vortrag: Europäische Sicherheitskonzepte
und -techniken am Beispiel asiatischer Märkte
       
Herr Scheuer von der Firma Kurz stellte die Möglichkeiten vor, die mit Hologrammen gegeben sind. Einfache Hologramme sind Stand der Technik, leider nicht nur für Lieferanten, sondern auch für Fälscher. Somit herrscht ein ständiger Wettlauf zwischen Original und Fälscher. Welche Neuheiten und Weiterentwicklungen in der Hologrammtechnik für den nötigen technischen Vorsprung sorgen, wurde von Herrn Scheuer deutlich gemacht. Aber auch der Kunde muss mitgenommen werden und muss wissen, worauf er zu achten hat.

RFID ist zur Steuerung in der gesamten Logistikkette in aller Munde. Als „Nebeneffekt“ ist RFID aber auch für die Sicherung vor Fälschungen ein ausgezeichnetes Mittel, wie Herr Helmigh von der Universität Dortmund aufzeigte. So kann z. B. der Warenfluss automatisch und kontinuierlich aufgezeichnet und später auf Ungereimtheiten untersucht werden. Ein Problem ist aber noch der Preis von derzeit ca. 15 Cent pro RFID-Label, der voraussichtlich aber noch unter 10 Cent sinken dürfte.

An die Kriminologie wurde man beim Thema Produktschutz mit DNA und Nano-Markierungen erinnert, über das Herr Schuberth von der Firma Identif referierte. Herr Schuberth erklärte wie die Nachweismethode mit DNA funktioniert: Die DNA-Verbindung wird in 2 Teile aufgespaltet, ein Teil wird auf das Produkt aufgebracht (z. B. mit einem Ink-Jet während der Produktion) und der 2. Teil in einer Nachweislösung eingebracht. Die Prüfung erfolgt durch das Aufbringen der Nachweislösung mit einem Prüfstift und dem anschließenden Auslesen mit einem elektronischen Lesegerät.
Jürgen Scheuer,
Leonhard Kurz
Dipl.-Wirt.-Inf. Martin Helmigh,
Universtät Dortmund
Herr Schuberth,
identif
Vortrag: Optisch variable Sicherheitsmerkmale als zuverlässiger Originalitätsschutz
Vortrag: Fälschungsidentifikation durch die Verbraucher mit RFID
Vortrag: Produktschutz mit DNA- und Nano-Markierung
       
Herr Dr. Kraas von der Firma Merck legte die Grundbedeutung der Anstrengungen im Bereich Sicherheitstechnik dar. Neben dem Profit- und Imageverlust für Hersteller und Händler ist die Sicherheit und Produkthaftung ein wichtiges Argument. „Schon der Einbau eines geringen Sicherheitsmerkmales veranlasst den Fälscher, sich eventuell auf ein anderes, einfacheres Produkt zu konzentrieren. Sicherheitstechnik muss auf ein solches Level gebracht werden, dass es für den Fälscher zu teuer wird.“ Dr. Kraas zeigte auf, was man alles an Fälschungssicherheit mit Pigmenten erreichen kann.

Herr Dr. Koch von der Deutschen Thomson referierte über digitale Wasserzeichen und Digitale Kopieerkennungsmuster (Copy Detection Pattern = CDP). Er wies darauf hin, dass bei jedem Druckvorgang eine messbare Qualitätsverschlechterung von der Vorlage über die Druckplatte bis zum fertigen Druck erfolgt. Eine Fälschung hat daher zwangsläufig mindestens die gleiche prozentuale Verschlechterung. Und da die originale Vorlage dem Fälscher nicht vorliegt, sondern er vom gedruckten Bild ausgehen muss, ist der Qualitätsverlust immer deutlich höher. Man kann die Fälschung eines Druckes daher immer erkennen, wenn man den messbaren Qualitätsabfall der Fälschung mit der Qualität der Originalvorlage vergleicht.

Zum Abschluss berichtete Frau Kiemes von Philip Morris unter dem Motto: “Schmuggel und Fälschung sind keine Kavaliersdelikte“ vom Kampf gegen die Zigarettenfälscher. Infolge des hohen Steueranteils bei Zigaretten lohnt sich für die Fälscher auch eine Produktion in Europa. Seit 2005 wurden in Europa 19 illegale Zigarettenfabriken aufgedeckt, davon 2 in Deutschland. Aber der größte Teil der im grauen Markt verkauften Zigaretten werden mit den internationalen Warenströmen eingeschmuggelt. Eine weit verbreitete Kundenmeinung ist, dass es sich bei den im Straßenverkauf illegal erworbenen Zigaretten um unversteuerte Ware aus regulären Fabriken handelt. Dies ist falsch! Man geht davon aus, dass über 80% der irregulär in Deutschland verkauften Zigaretten aus Fälscherproduktionen stammen, deren Herstellung unter unkontrollierbaren Qualitäts- und Hygieneverhältnissen durchgeführt werden.
Dr. Wolfgang Kraas,
Merck
Dr. Koch,
Deutsche Thomson
Birgit Kiemes,
Philip Morris
Vortrag: Pigmentbasierte Sicherheitsmerkmale
Vortrag: Digitale Sicherheitsmerkmale: digitales Wasserzeichen und CDP
Vortrag: Praxisbeispiel: Philip Morris - Kampf gegen die organisierten Zigarettenfälscher
Wir bedanken uns bei allen Referenten für das erfolgreiche Seminar.


    Impressum                                                                                                                                                                                                       Stand 31. Oktober 2007 V+E Consult